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Die Olduvai Schlucht in Tansania: Die Wiege der Menschheit

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Die Olduvai-Schlucht in Tansania: Die Wiege der Menschheit

 

Blick in die Olduvai-Schlucht in Tansania – UNESCO-Welterbe und Fundstätte früher Menschenvorfahren

 

Tansania ist bekannt für spektakuläre Tierwelt – den Ngorongoro-Krater, die endlosen Ebenen der Serengeti, den majestätischen Kilimanjaro. Doch zwischen zwei der bekanntesten Safari-Highlights des Landes verbirgt sich ein Ort, den kaum jemand auf dem Radar hat: die Olduvai-Schlucht. Dabei ist sie nicht weniger als eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt – und seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe.


Ort des wilden Sisals und Wiege der Menschheit

Wer auf der Strecke vom Ngorongoro-Krater in Richtung Serengeti fährt, passiert irgendwann einen unscheinbaren Abzweig. Dort steht ein Monument – zwei übergroße, fossile Schädel auf einem Sockel. Es handelt sich um Modelle zweier früher Menschenvorfahren: Paranthropus boisei und Homo habilis. Beide lebten hier vor etwa 1,7 bis 1,9 Millionen Jahren. Willkommen an ihrem einstigen Wohnort – und heutigem Fundort.

Doch woher kommt eigentlich der Name „Olduvai”? Ursprünglich nannten die Massai diesen Ort nach dem hier wild wachsenden Sisal: „Ol Tupai”. Durch mündliche Weitergabe wurde daraus irgendwann „Olduvai” – ein klassisches Stille-Post-Problem. Offiziell heißt die Schlucht heute übrigens Oldupai Gorge, auch wenn der alte Name nach wie vor weiter verbreitet ist.

Die Schlucht selbst entstand als natürlicher Entwässerungskanal der östlichen Serengeti und der umliegenden Hänge des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Über hunderttausende von Jahren spülten Regenwasser und Erosion die Erdoberfläche ab – und legten dabei versteinerte Werkzeuge sowie Überreste längst ausgestorbener Tiere und früher Menschen frei. Das Ergebnis: eine etwa 48 Kilometer lange, 90 Meter tiefe Schlucht voller paläontologischer Schätze.

Die ersten Fossilien entdeckte 1911 der deutsche Arzt Wilhelm Kattwinkel – damals noch zur Zeit der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Eigentlich war er gekommen, um die Schlafkrankheit zu untersuchen. Was er stattdessen fand, waren unter anderem die Knochen eines dreizehigen Urpferdes. Damit war der Grundstein für eine der faszinierendsten archäologischen Entdeckungsgeschichten der Welt gelegt.

Seitdem haben Ausgrabungen in der Olduvai-Schlucht Fossilien und Steinwerkzeuge zutage gefördert, die zu den ältesten der Menschheitsgeschichte zählen. Die Funde erlauben einen einzigartigen Blick auf die frühe Entwicklung sozialer Strukturen, kognitiver Fähigkeiten und gemeinschaftlichen Verhaltens – also genau jene Eigenschaften, die den Menschen zum Menschen gemacht haben. Deshalb gilt Olduvai bis heute als eine der Wiegen der Menschheit.


Lohnt sich ein Besuch der Oldupai-Schlucht?

Kurz gesagt: ja – besonders für alle, die mehr als nur Tiere sehen möchten.

Etwa fünf Kilometer vom Monument an der Hauptstraße entfernt befindet sich das Museum direkt am Rand der Schlucht. Es bietet nicht nur beeindruckende Ausblicke in die Tiefe der Schlucht, sondern auch eine lehrreiche Ausstellung mit originalen menschlichen und tierischen Fossilien sowie Werkzeugen aus der Altsteinzeit. Wer sich auch nur ein bisschen für Geschichte, Archäologie oder die Ursprünge des Menschen interessiert, wird hier gut unterhalten.

Da die Schlucht unmittelbar an der Safari-Route des Northern Circuit liegt, lässt sie sich problemlos als Zwischenstopp einplanen – ohne großen Umweg. Ein bis zwei Stunden reichen für einen informativen Besuch.

Wer noch etwas mehr Zeit mitbringt, kann von der Schlucht aus weiter nördlich zur sogenannten Wanderdüne fahren. Diese etwa neun Meter hohe und hundert Meter lange Düne besteht aus dunkel gefärbter, hochmagnetischer Vulkanasche – ein ungewöhnlicher Anblick mitten in der ostafrikanischen Savanne. Mit einer jährlichen Wandergeschwindigkeit von rund 17 Metern ist sie eine geologische Kuriosität, die sich kaum jemand vorstellen kann, bis er sie mit eigenen Augen sieht.


Du planst eine Tansania-Reise und möchtest die Olduvai-Schlucht in deine Route einbauen? Wir kennen die Gegend gut und helfen dir bei der Planung – ob Gruppenreise, Privatsafari oder individuelle Lodge-Tour. Melde dich einfach bei uns.

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